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Georg Oliver Lietz
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Georg Oliver Lietz

Ich bin Oliver Lietz, Jahrgang 1969, und wohne in Goslar, mitten in der Altstadt.

Ich komme ursprünglich aus der Produktion. Ich habe Industriemechaniker für Geräte- und Feinwerktechnik gelernt. Also ganz normal Ausbildung, Werkstatt, Metall und arbeiten. Mein Berufsleben hat nicht im Büro und auch nicht an einer Universität angefangen.
Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum ich bis heute bei vielen Dingen ziemlich bodenständig geblieben bin. Mich interessiert nicht so sehr, wie gut etwas auf dem Papier aussieht. Mich interessiert, ob es funktioniert.

Später habe ich die Fachhochschulreife nachgeholt und Wirtschaftsingenieurwesen studiert. Danach habe ich in ganz unterschiedlichen Bereichen gearbeitet, in Konzernen, in mittelständischen Industrieunternehmen. Ich war im Controlling, in der IT, in der Unternehmenssteuerung und habe auch Führungsverantwortung übernommen.

Mit fast 50 habe ich mich dann noch einmal hingesetzt und neben dem Beruf Wirtschaftsinformatik studiert. Das Studium habe ich mit dem Master abgeschlossen.

Ich sehe meinen Weg aber nicht als Karriereleiter. Für mich war das immer eher eine Entwicklung. Ich habe irgendwann gemerkt, dass ich Dinge verstehen will. Nicht nur, wie eine Maschine funktioniert, sondern auch, warum ein Unternehmen funktioniert oder eben nicht funktioniert. Wie Zahlen entstehen. Wie Prozesse aufgebaut sind. Wie IT dabei helfen kann. Und wo Bürokratie oder schlechte Organisation alles unnötig kompliziert machen.

Genau daraus ist auch mein Interesse an Automatisierung, Software und künstlicher Intelligenz entstanden. Ich baue gerne Dinge, die ein konkretes Problem lösen. Keine Technik nur um der Technik willen. Wenn ein Prozess heute drei Stunden dauert und man ihn auf zehn Minuten reduzieren kann, dann interessiert mich das. Wenn Informationen irgendwo verteilt liegen und keiner mehr durchblickt, dann interessiert mich, wie man daraus ein brauchbares System macht.

Das ist auch die Grundlage für meine selbstständigen Projekte. Ich möchte Dinge entwickeln, die im Alltag tatsächlich einen Nutzen haben. Für kleine Unternehmen, Vereine, Organisationen oder Menschen, die keine eigene IT-Abteilung haben und trotzdem von moderner Technik profitieren wollen.
Vielleicht kommt da wieder der Industriemechaniker durch: Erst einmal anschauen, was das Problem ist. Dann überlegen, wie man es lösen kann. Und am Ende muss es laufen.

Ich wohne außerdem selbst in einem alten Fachwerkhaus in der Goslarer Altstadt. Auch das prägt meinen Blick auf viele Dinge.

Ich mag diese Altstadt. Ich wohne gerne hier. Aber ich weiß eben auch, was ein altes Haus bedeutet. Reparaturen, Sanierung, Energieversorgung, Denkmalschutz und ständig irgendwelche Dinge, die bei einem normalen Neubau überhaupt kein Thema wären. Ein Fachwerkhaus kann wunderschön sein und gleichzeitig verdammt teuer.

Wenn dann über energetische Sanierung, Denkmalschutz oder neue Vorschriften gesprochen wird, sehe ich das deshalb nicht nur theoretisch. Ich weiß, was solche Entscheidungen für jemanden bedeuten können, der die Rechnung am Ende selbst bezahlen muss.
Genau deshalb interessieren mich auch gesellschaftliche und politische Themen. Nicht, weil ich Politik zum Beruf machen möchte, sondern weil viele politische Entscheidungen irgendwann ganz praktisch bei uns allen ankommen. Beim Wohnen, bei Energie, bei Steuern, bei Infrastruktur oder bei der Frage, wofür öffentliche Gelder ausgegeben werden.

Bei all diesen Dingen versuche ich, denselben Maßstab anzulegen wie im Berufsleben: Was ist das Problem? Was wollen wir erreichen? Was kostet es? Wer bezahlt es? Und funktioniert die Lösung am Ende auch außerhalb einer PowerPoint-Präsentation?

Ich habe in meinem Leben inzwischen ziemlich unterschiedliche Welten kennengelernt. Werkstatt und Büro. Produktion und Controlling. Mittelstand und Konzern. Technik und Wirtschaft. Und inzwischen eben auch Software, Automatisierung und KI.

Aber eines ist dabei eigentlich immer gleich geblieben:
Ich komme aus der Praxis. Ich mag Lösungen, die funktionieren. Und ich glaube, dass man auch komplizierte Dinge so erklären und bauen kann, dass normale Menschen etwas damit anfangen können.

Das ist für mich die Grundlage für alles, was ich heute mache – beruflich und auch gesellschaftlich.

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